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Walter Netterscheid
Moto-Cross auf höchstem Niveau

Mit dem Gespann durch den Eisernen Vorhang –
- zwei sagenhafte Rennen in „der Tschechei“


Oubenice 1989, bei keinem der WM-Läufe gab es mehr Zuschauer. Bei Netterscheid/Hassold sorgten sie 1988 für eine permanente Gänsehaut

Ein folgenreiches Rennen 1987

Was sind 1.000 Kronen?

Unsere Geschichte begann im Frühjahr 1987. Da erhielt Walter Netterscheid einen Brief mit einer merkwürdigen Briefmarke. Den Absender konnte er eigentlich kaum lesen: Dort standen Worte mit Winkeln über einzelnen Buchstaben, die ein normaler Rheinländer, ohne es geübt zu haben, kaum aussprechen konnte. Einzig das Kürzel „CSSR“ sowohl in der Absenderangabe als auch auf der Briefmarke sagte ihm etwas. „CSSR“ war früher die offizielle Abkürzung für die ehemalige Tschecheslowakei oder wie es in der rheinischen Kurzform heißt: „Tschechei“. Netterscheid ahnte aber schon, dass es etwas mit seinem Moto-Cross-Sport zu tun haben könnte. Er öffnete den Umschlag und der Brief selbst war in Deutsch von einem Frantisek Hejnal geschrieben, der sich als Rennleiter eines internationalen Moto-Cross Rennens in Oubenice ausgab. Von einem Ort Oubenice hatte er bis dahin noch nie etwas gehört, jedenfalls war der Brief eine offizielle Einladung zur Teilnahme an der Veranstaltung. Und dann stand da auch noch etwas von einem Startgeld in Höhe von 1.000 Kronen.

Walter Netterscheid nahm schon immer gerne zwischen den Läufen zur Deutschen- und zur Weltmeisterschaft an internationalen Rennen im Ausland teil. Entweder fuhr er dazu nach Holland, weil der Weg von Buschhoven bis dahin nicht so weit war oder er fuhr nach Frankreich, weil die Franzosen ein im Verhältnis hohes Startgeld zahlten. Bei den zusätzlichen Preisgeldern, die für die ersten Plätze in Aussicht gestellt wurden, konnte trotz der weiten Anreise mitunter sogar noch etwas Geld übrig bleiben. Walter Netterscheid war zu der Zeit noch Amateur, der in der Woche seinem Beruf als Heizungsbauer nachgehen musste. Allgemein musste das Team um Netterscheid sich stets sämtliche Ausgaben sehr wohl überlegen und der Kassenbestand durfte nicht aus dem Blick geraten.

„1.000 Kronen“, fragte sich Walter Netterscheid, „was sind 1.000 Kronen? Sind das 1.000 DM oder wieviel ist das?“ Mit diesen Worten gab er die Frage an Helmut Todemann weiter, der sich auch für Netterscheids Moto-Cross-Sport interessierte und bei der Raiffeisenbank in Buschhoven als Bankkaufmann tätig war. Todemann hatte sich selbst schnell kundig gemacht und teilte Netterscheid mit, dass die 1.000 Kronen etwa so viel wie 90 DM seien. Auf diese Information hin war Netterscheid enttäuscht: 90 DM, das reichte ja noch nicht einmal für den Sprit der Hinfahrt. Das Thema Rennen in Oubenice war damit zunächst einmal gestorben und Netterscheid gab den Brief zu Hause seiner Frau zur Ablage.
Nach etwa zwei Wochen erhielt er aber einen Anruf von besagtem Rennleiter Frantisek Hejnal. Bemerkenswert war schon alleine die Tatsache, dass es damals jemandem gelang, von der Tschecheslowakei aus, durch den Eisernen Vorhang hindurch mit einem Teilnehmer in der Bundesrepublik Deutschland zu telefonieren. Frantisek Hejnal erkundigte sich in bestem Deutsch bei Netterscheid, warum er denn noch nicht seine Nennung abgegeben habe. Der antwortete ihm darauf, dass eine Teilnahmen bei dem geringen Startgeld in jedem Falle ein zu großes Verlustunternehmen für ihn sei. Hejnal entgegnete darauf, dass sein Club nach westlichen Maßstäben nicht viel Geld habe, er aber dafür sorgen werde, dass bei der Rückfahrt sein Kofferraum voll mit hochwertiger böhmischer Glaskunst sei: „Kristallgläser, Kristallschalen, Kristallblumenvasen usw. ...“, was auch im Westen sehr geschätzt werde, und außerdem würden „sehr viele Zuschauer“ zum Rennen kommen, weil Moto-Cross in der CSSR eine große und lange Tradition habe und bei der Bevökerung und deshalb viele Freunde. Netterscheid hatte inzwischen schon in den Autoatlas geschaut und feststellen müssen, dass einige Rennen in Frankreich, an denen er alle Jahre teilnahm, kilometermäßig ja sehr viel weiter weg lagen als Oubenice in der „Tschechei“. Einen gewissen Anreiz stellte auch die Möglichkeit dar, einmal in einem Ostblockland ein Rennen zu fahren, was zur Zeit des damals noch bestehenden Eisernen Vorhanges eine ganz andere, nahezu exotische Welt war. NATO und Warschauer Pakt standen sich da ja noch unversöhnlich gegenüber. Die „Tschechei“ war zwar unser Nachbarland, aber ein Nachbarland in einer ganz anderen Welt. Kurzum, Netterscheid sagte am Ende des Telefonates sein Kommen zu.

Durch den Eisernen Vorhang hindurch

Nach der Zusage mussten zunächst einmal ganz außerordentliche Hindernis genommen werden, denn in ein sozialistisches Ostblockland konnte man von der „BRD“ aus nicht so einfach einreisen, wie etwa in die Niederlande. Walter Netterscheids Frau Angelika sorgte im Team während der Rennen nicht nur für das leibliche und das seelische Wohl, sie war es, die schon immer lange vor den Rennen den relativ umfangreichen „Papierkram“ erledigte. So lag es dann wie selbstverständlich an Ihr, für die Team-Mitglieder die passenden Visa zu beschaffen. Ohne diese Dokumente war keine Einreise in der CSSR möglich. Zum Glück war damals der Weg bis zur Botschaft der CSSR noch nicht so weit, denn das naheliegende Bonn war noch Bundeshauptstadt und wo Bonn war, da waren auch die Botschaften aller Länder unserer Welt nicht weit. Ganz und gar ein Kind aus dem Rheinland, kreuzte Angelika Netterscheid schon am Tag nach dem Telefonat mit einer ganzen Tasche voll mit Aufklebern und Schirmmützchen der Sponsoren in der Botschaft auf. Tatsächlich sollen sich damit die Visabeantragung vereinfacht und die Wartezeit verkürzt haben.

Bei Beifahrer Ralf Hoormann stand damals noch eine ganz andere Frage im Raum. Da Hoormann Soldat der Bundeswehr war, bestand zunächst die Befürchtung, dass sein Dienstherr ihn nicht in ein gegnerisch gesinntes Warschauer-Pakt-Land reisen lassen wollte. Glücklicherweise konnte Ralf Hoormann aber auch dieses Problem lösen.

Am Freitag vor dem Rennwochenende startete der Team-Tross aus Transportbus mit dem Renngespann, allen wichtigen Ersatzteilen darin sowie der Familie Netterscheid an Bord und den Wohnwagen im Schlepp. Hinzu kamen noch die PKW des Beifahrers und der Monteure. Alle fuhren sie in Richtung Oubenice, das etwa 60 km südwestlichlich von Prag liegt. Mit dabei waren massenweise Sponsor-Aufkleber und Sponsorkäppchen. Angelika Netterscheid hatte ja schon erfahren können, dass diese Dinge im Ostblock sehr gefragt waren und deshalb sehr hilfreich sein könnten, etwa auch am Grenzübergang. Tatsächlich fanden sich insbesondere an der Grenze viele dankbare Abnehmer in Uniform, jedoch hatten diese letztendlich dann doch wohl nichts mit der Kontrolle des Teams Netterscheid/Hoormann zu tun. Der Team-Tross wurde an der damaligen „Grenze zwischen den Welten“ gründlichst „gefilzt“. Bis auf die Zeit, die dafür verstrich, verlief diese Aktion jedoch problemlos. Endlich auf tschechischem Boden, ging die Reise nur mit unerwartet gemindertem Tempo weiter, denn die Straßenverhältnisse dort waren für bundesdeutsche Verhältnisse ungekannt miserabel. Erst sehr spät am Abend erreichten sie Oubenice. Es war schon dunkel und auf den letzten Kilometern war das rechte Rad des Wohnwagens noch unvermittelt in ein so tiefes Schlagloch geraten, dass es nicht mehr so richtig heraus konnte und die Wohnwagenachse beschädigt wurde. Am nächsten Tag musste die beschädigte Achse mit Hilfe eines Schweißgerätes im Fahrerlager noch repariert werden, damit die Rückreise nach dem Rennen überhaupt ohne große Verzögerung im Rahmen der im Visa vermerkten Fristen möglich war.

Der Empfang durch die Tschechen war freundlich und herzlich zugleich. Der Veranstalter war froh über jeden bekannt guten Fahrer aus Westeuropa. Für die Tschechen waren sie die Exoten von der anderen Seite des Eisernen Vorhanges.

Am Ende gab es viele Gewinner

Am nachfolgenden Samstag fielen Walter Netterscheid schon die für ein freies Training vorhandenen außerordentlich vielen Zuschauer auf. Und Am Renntag selbst waren gar etwa 25.000 bis 30.000 Zuschauer erschienen, die sich sichtbar über die Fahrer aus den kapitalistischen westeuropäischen Ländern mit Ihren außerordentlichen, superschnellen und hypermodernen Gespannen freuten. Viele WM-Veranstalter im Westen wären froh gewesen, wenn schon ein Drittel der Zuschauer von Oubenice ihren WM-Lauf besucht hätten.

Das Rennen hätte für Netterscheid/Hoormann kaum besser laufen können: Schon mit dem guten Trainingsergebnis hatten die beiden für besondere Aufmerksamkeit unter den Zuschauern gesorgt, sodass sie bereits vor dem Start als Favoriten gehandelt wurden. Im Rennen lieferten Sie eine satte Leistung ab und fanden sich bei der Siegerehrung als „die Gesamtsieger“ ganz oben auf dem Treppchen.
Für den tschechischen Veranstalter war das rennen indessen eine Art Generalprobe, bei der auch Beobachter der FIM zugegen waren, denn im Folgejahr sollte auf dieser Strecke in Oubenice erstmals der tschechische WM-Lauf ausgetragen werden. Die FIM war von der Zuschauerzahl begeistert und von der Strecke und der Leistung des Veranstalters überzeugt, sodass der WM-Staus des Rennens für das nächste Jahr in trockene Tücher kam. Die vielen Zuschauer des Rennens hatten sich derweil gut gemerkt, wer mit welcher Leistung den Gesamtsieg eingefahren hatte.

Vor der Abreise des rheinischen Teams ließ sich Rennleiter Frantsek Hejnal nicht lumpen: Er zahlte die versprochenen 1.000 Kronen und übergab reichlich edles böhmisches Kristallglas an die Sieger.


1987 Kehre vor einer der Auffahrten. Von Netterscheid/Hoormann sieht man auf dem Bild nur noch den augewirbelten Staub an der Auffahrt oben rechts


Siegerehrung 1987. Die Westeuropäer waren unter sich


Die Sieger 1987


Fahrervorstellung 1988 kurz vor dem Start zum ersten WM-Rennen. Walter Netterscheid (in gelber Kleidung) trägt dazu seinen Sohn Patrick auf dem Arm


WM-Lauf 1988 kurz nach dem Start. Schon nach wenigen hundert Metern gab es auf der Geraden vor dem Zeitnahmegebäude mitten im Fahrerpulk leisten sich die Österreicher Karl Fussenegger und Josef Meusburger einen bösen Überschlag. Netterscheid/Hassold (9) stürmen mit angehobenem Vorderrad vorbei


In beiden Läufen 1988 mussten sich Netterscheid/Hassold durch das gesamte Fahrerfeld bis zur Spitze durchkämpfen


Ideal ist auch die Linie, auf der man überholen kann


Zweikampf auf dem Weg zur Spitze


Viel Köpfe der Zuschauer wenden sich der Spitze zu

WM-Lauf 1988 – Sieg auf vielen Ebenen

Nach der gelungenen Veranstaltung 1987 fand im Folgejahr auf der selben Stecke erstmals also ein WM-Lauf für Moto-Cross-Seitenwagen in der CSSR statt.
Alles, was um WM-Punkte fuhr, fand sich samt Mechanikern und Betreuern in Oubenice ein. Zu diesem angereisten Zirkus gehörten auch noch die Vertreter der westlichen Fachpresse, die Renndienste und die Hersteller der im Einsatz befindlichen Motorradtechnik. Einer von denen war der Sponsor und „Chef“ Friedhelm Zabel, der seit 1985 Walter Netterscheid das Gespann kostenlos zur Verfügung stellte.


Angelika Netterscheid war für den außerordentlichen
„Papierkrieg“ bzw. Besorgung der Visa zuständig

Angenehm verblüfft

Noch vom Vorjahr kannte Netterscheid, den Veranstalter und die Streckenverhältnisse. Als er mit seinem Transporter und Wohnanhänger wieder am späten Freitag-Abend im Fahrerlager eintraf, da fiel ihm schon auf, dass offenbar noch mehr Zuschauer angereist waren als im Vorjahr. So ein WM-Rennen mit westlicher Beteiligung war in einem Ostblockland eben etwas ganz besonderes. Der Platz, auf dem die Zuschauer mit Ihren Zelten übernachten durften, lag unmittelbar neben dem Fahrerlager, nur durch einen Zaun abgegrenzt. Als Netterscheid seinen Wohnwagen noch nicht richtig abgestellt hatte, da musste er schon nach einem kurzen Blick hinüber ins Zuschauerlager stutzen und nochmals genau hinschauen, um auch wirklich zu glauben, was er da sah: Gleich mehreren große Spruchbändern – es waren wohl früher einmal Betttücher gewesen – waren dort aufgestellt und auf denen stand groß und deutlich zu lesen: „Wir grüßen Walter Netterscheid!“. Und als er sich anschließend die Zelte und die dort stehenden Fahrzeuge anschaute, ob das wohl Bekannte aus dem Rheinland waren, konnte er ausschließlich Trabbis, Wartburgs und MZ-Motorräder, mit und ohne Seitenwagen erkennen und alle hatten DDR-Kennzeichen. Daran hatte er bis dahin gar nicht gedacht, dass hier nach Oubenice viele Zuschauer aus der DDR hingekommen würden. Den Reisemöglicheiten zwischen den sozialistischen Bruderstaaten des Ostblocks lagen erleichterte Bedingungen zugrunde; Reisen von DDR-Bürgern in den Westen, waren regulär nur DDR-Bürgern im Rentenalter erlaubt, deshalb sah man im Westen bis 1989 solche Fans nie. Später hörte Walter Netterscheid vom Veranstalter, dass es über 10.000 Zuschauer aus der DDR waren, die den Weg zum WM-Lauf nach Oubenice gefunden hatten. Für Walter Netterscheid war das das erste große unerwartete Erlebnis, so viele Fans in dem Deutschland jenseits des Eisernen Vorhangs zu haben. Im Westen hatte er solches noch nie erlebt. Hier war er am Freitagabend durch die Spruchbanderlebnisse schon mehr als nur „angenehm verblüfft“.

... wir bekamen am ganzen Körper eine Gänsehaut“

Am nächsten Morgen, also am Samstag, hatte das Team schnell das Gespann startklar gemacht, sodass sich Netterscheid schon bald zusammen mit seinem Beifahrer Jürgen Hassold auf den Weg zum freien Training begeben konnte. Vom Fahrerlager aus sah man schon, dass außerordentlich viele Zuschauer erschienen waren, es müssen schon an die 25.000 gewesen sein, die dem freien Training beiwohnten. Doch dann geschah das nächste Verblüffende: In dem Moment, als die beiden für die erste Trainingsrunde vom Fahrerlager auf die Start- und Zielgerade einbogen und damit für die vielen dort befindlichen Zuschauer ins Blickfeld gelangten, geschah das nächste Unerwartete. „Als der Jürgen und ich auf der Bildfläche erschienen, da standen auf einmal alle Zuschauer auf, es müssen einige Tausend gewesen sein, und klatschten in die Hände und jubelten uns zu. So etwas hatten wir auch noch nicht erlebt, wir bekamen am ganzen Körper eine Gänsehaut“, erinnert sich Netterscheid heute noch fasziniert und fassungslos zugleich. Friedhelm Zabel hatte das auch beobachtet und erzählte den beiden später, dass er mit Hans Joachim Sterr, dem Redakteur der Zeitschrift Motocross-Aktuell zusammen gestanden hatte, als die Zuschauer auf das Erscheinen von Netterscheid/Hassold so ungewohnt reagierten. Sterr habe sich daraufhin verwundert gegenüber Zabel geäußert: „Was ist denn jetzt los?“ , worauf Zabel ihm bloß geantwortet haben soll: „ Das ist der Netterscheid!“




Die hohe Bekanntheit hatte Netterscheid seiner Teilnahme am Rennen in Oubenice im Vorjahr zu verdanken, als er sich zusammen mit Ralf Hoormann den Gesamtsieg geholt hatte. Das hatten sich auch viele Tschechen gemerkt. Im aktuellen Jahr hatten Nettescheid/Hassold den vorausgehenden WM-Lauf in Frankreich als Sieger beendetet und waren ernsthafte Aspiranten für die Weltmeisterschaft 1988. Dementsprechend wurde im aktuellen Progammheft und von der lokalen Presse in den Vorberichten ausführlich über die Weltmeisterschaft berichtet, mit Netterscheid/Hassold im Mittelpunkt. Die Fotos von den weiterhin erfolgreichen Vorjahressiegern waren dabei zahlreich. Die beiden galten gegenüber den WM-Führenden aus der Schweiz, den Gebrüdern Hüsser, als deren Kontrahenten schlechthin und so erwartete man von denen aus gutem Grund, dass sie in den beiden Rennläufen für reichlich Spannung sorgen würden.

37 Punkte

Am Rennsonntag waren beim Start zum ersten Lauf mindestens 35.000 begeisterte Zuschauer erschienen. Eine schier unglaubliche Zahl für ein Moto-Cross-Rennen und bei den meisten von denen zählten Netterscheid/Hassold zu den absoluten Favoriten des Rennens. Das Gros der Blicke richteten sich wohlwollend und zugleich erwartungsvoll auf Netterscheid/Hassold.


Applaus kurz nach der Zieldurchfahrt 1988

Tatsächlich kamen Netterscheid/Hassold mit den beiden Rennläufen sehr gut zurecht. Überhaupt war an der Strecke eine Passage, die Walter Netterscheid wie folg beschreibt: „ ... dort ging es zunächst eine steile lange Auffahrt hoch, oben kurz eine Kehre nach links und danach flog man schon wieder auf eine Steilabfahrt zu, ohne sehen zu können, wohin der Flug genau führen würde. Ganz weit sprang man man dort ins Leere hinein und fand sich dann auf einmal mitten in einem Riesenmeer von Zuschauern, die beiderseits der Strecke standen und offenbar nur auf uns gewartet hatten. Jedes Mal, wenn wir dort eintauchten, sprangen die alle auf, jubelten uns zu und feuerten uns nach Leibeskräften an und jedes mal bekam ich aufs Neue eine Gänsehaut. Soviel Anfeuerung durch Fans beflügelte uns regelrecht und hatte zweifellos mit dazu beigetragen, dass wir am Ende der beiden Rennen ganz oben auf dem Siegerpodest standen“. Mit den 37 WM-Punkten erreichten Netterscheid/Hassold den Zweiten Platz in der WM, den sie bis zum Ende der Meisterschaft halten konnten.


Trophäenschau 1988


Netterscheid/Hassold vor den später Drittplatzierten


Hier queren die Fahrer im Sprung eine die Rennstrecke querende Asphaltstraße


Untere Kehre am Steilhang


Von oben sprang man zunächst ins Leere und fand sich nach der Landung im Zuschauer-Meer wieder“


1988 kurz nach der Zieldurchfahrt


1988 Siegerehrung


Siegerpose


Siegerfeier 1988 abends nach dem Rennen Netterscheid/Hassold im Gespräch mit dem späteren Weltmeister 1988 Christoph Hüsser




Sohn Patrick unterstützte schon im zarten Alter von drei Jahren die Monteure bei der Arbeit

Deutsch-deutsche Geschichte

Alex Körzinger aus Dresden erinnert sich in seinem Gästebucheintrag vom 12.05.2013 an das Rennen von 1988. Er war damals als Zwölfjähriger mit seinem Vater dabei.

Zu seinem Gästebucheintrag

Glücklos in 1989


Fahrerlager 1989. Netterscheid/Jehle und Mechaniker Günter Heppe fahren an den Duschen hinter der Zeltwand vorbei zum Training auf der Rennstrecke

Der Tschechische WM-Lauf für die Moto-Cross Gespanne fand 1989 erneut in Oubenice statt. Walter Netterscheid erschien dort mit seinem neuen Beifahrer Lothar Jehle und stand wieder ganz im Fokus der erneut sehr zahlreich erschienenen Zuschauer. Im umfangreichen, aus Glanzpapier erstellten Programmheft zum Rennen fand sich Netterscheid als Sieger der beiden Vorjahre in zahlreichen Fotos wieder. Technisches Pech verhinderte jedoch 1989 ein ähnlich gutes Ergebnis. So ist eben der Motorsport.

Die Weltmeisterschaft 1989 schlossen Netterscheid/Jehle mit dem 8. Platz ab.


Fahrerpräsentation vor dem Beginn der Rennen


Lothar Jehle und Walter Netterscheid bei der Fahrervorstellung 1989


1989 gab es beim Rennen sowohl Schlamm als auch Staub



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