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Hans Peter Schneider
über sich selbst


2021 als Corona-Gefangener


1976 in einem meiner Elemente


2008 als „Oberlehrer“ bei einer „Vulkan-Tour“ mit Motorrad-Youngtimern


Als Teilnehmer bei einem Sachverständigentreffen 2002 (oberste Reihe 3. v.l.). Der Austausch mit den Sachverständigen war mir sehr wichtig und war für beide Seiten fruchtbar. Bei vielen Treffen hielt ich Referate zu Haftungsfragen


Letzter Arbeitstag vor der Rente in
meinem ehemaligen Büro

Was ist das da eigentlich für einer?
So lautet die verständliche Frage, wenn es um einen Zeitgenossen geht, mit dem man irgendwie zu tun bekommt.
Um Rätsel und wilde Spekulationen gar nicht erst aufkommen zu lassen, nachfolgend nun mein Kurzportrait:

Eckdaten
Geboren bin ich 1956 als erstes von vier Kindern. Meine Elter betrieben bis Ende 1989 in Brenig eine Metzgerei, die mein Vater 1955 von seinem Schwiegervater übernommen hatte.
Glücklich verheiratet bin ich seit 1986.

Was mir so wichtig und lieb ist
In Brenig wuchs ich also auf. Als Kind von „Geschäftsleuten“ wusste ich mich dem Wunsch meiner Eltern gemäß den Brenigern gegenüber immer höflich zu verhalten.
Verantwortung wurde mir schon früh zugemutet: Als Ältester meiner Geschwister war ich ab dem 12. Lebensjahr mit Arbeiten und Aufgaben im Metzgereibetrieb betraut. Ich sah das alles schon früh ein und als Wertschätzung meiner Eltern mir gegenüber Dementsprechend lernte ich Verantwortung und Aufgaben anzunehmen und mein Bestmögliches zu geben.

Schon früh war ich sehr vielseitig interessiert, ganz gleich, ob es dabei um technische oder musische Dinge handelte, ob es dabei ums Lesen, das Singen in einem Chor ging oder ich mir gar die Finger schmutzig machen musste. Hauptsache ich fand ich fand eine persönliche Beziehung dazu und das ließ nie lange auf sich warten, weil ich mich mit neuen Aufgaben in der Regel intensiv auseinandersetzte. Ich wollte die Sache immer ziemlich genau verstehen. Früh lernte ich: Je mehr ich am Ende bei einer Sache war, um so intensiver war das Erfolgserlebnis und die Freude über das Gelingen dieser Sache.
Der Mensch lebt ja bekanntlich in und aus Beziehungen. Meine Erfahrungen im Umgang mit Sachen, menschliche Beziehungen und Aufgaben waren und sind immer wieder solche, das diese zu einem Stück von mir werden können bzw. zum „Ausdruck meiner Persönlichkeit“. Das gefällt mir.

Weg durch Ausbildung und Beruf
Mit sechs Jahren lernte ich mit dem Besuch der Volksschule in Brenig schon meine erste Fremdsprache, und zwar Hochdeutsch – auch wenn es in meinem weiteren Leben ein sehr rheinisches bleiben sollte. Nach der Realschule in Bornheim gings ins Friedrich-Ebert-Gymnasium nach Bonn. Dort erlebte ich den ersten großen Kulturschock, indem meine Bonner Mitschüler ein so sauberes Hochdeutsch sprachen, dass in mir Zweifel an mir aufkamen. Aber nach spätestens drei Monaten hatte ich dann festgestellt, dass die auch keine besseren Leistungen lieferten als ich mit meinem rheinischen Hochdeutsch. Abitur machte ich im Sommer 1975.
Es folgten 15-monatiger Wehrdienst, den ich mit Überzeugung absolvierte. Anschließend machte ich ein einjähriges Maschinenbau-Praktikum, bei dem ich wesentliche Tätigkeiten der Metallbearbeitung erlernte.

Für ein Maschinenbaustudium in Aachen reichten in Anbetracht meiner vielseitigen Interessen und Engagement jedoch weder die Zeit noch das Geld. Also nahm ich in der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität im von Brenig nicht weit entfernten Bonn statt Maschinenbau ein Studium der Katholischen Theologie, der Geographie und der Pädagogik auf. Im Hinblick auf meine sejr vielseitigen Interessen hatte ich damit kein Problem. Aber währenddessen konnte ich meinem Motorradhobby frönen, beim Eifelverein intensiv Heimatkunde betreiben, im Jugendchor Bornheim mitsingen, im Pfarrgemeinderat mitwirken und vor allem auch meinem Vater in seiner Metzgerei ca. 12 bis 15 Stunden die Woche behilflich sein. Dazu kamen noch zahlreiche Nachhilfeschüler, die mir halfen, mein Motorradhobby zu finanzieren.
Das Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen der Sekundarstufe 1 absolvierte ich mit vorzeigbar gutem Erfolg im Herbst 1985.

Doch dann erreichte mich die Wirklichkeit der sogenannten Boomer-Generation. Es gab damals zu viele junge Leute, die in den Arbeitsmarkt wollten und zu wenige Stellen, die zu besetzen waren. Das galt auch für Lehrerstellen und damit für mich. Kommilitonen, die den Lehrerberuf weiterverfolgten, mussten schließlich viele Jahre bis zum Jahrtausendwechsel auf eine adäquate Lehrerstelle warten. Das war für mich absehbar und das wollte ich für mich nicht.
Also war ich nach dem Ersten Staatsexamen zunächst für ein anderthalbes Jahr im Außendienst einer Versicherung tätig und machte danach eine Fortbildung zum Diplom-Organisationsprogrammierer. Unmittelbar nach diesem Abschluss wurde mein Vater schwer krank und ich musste zusammen mit meiner Mutter den Metzgereibetrieb am Laufen halten. Wir hatten da noch die Hoffnung, dass mein Vater genesen und wieder ins Arbeitsleben zurückkehren konnte. Zudem war meine Schwester noch Schülerin und mein jüngster Bruder steckte noch im Studium. In der Metzgerei nahm ich neben den Arbeiten in Wurstküche und Laden Umbaumaßnahmen vor, um meinem u.U. genesenen aber weniger fitten Vater eine Rückkehr in seine Arbeit zu ermöglichen. Aber nach zwei Monaten starb er mit gerade einmal 60 Jahren. So half ich meiner Familie, sich ohne meinen Vater auf wirtschaftlich tragbare Füße zu stellen.

Für mein eigenes Fortkommen bemühte ich mich mit Hunderten Bewerbungen um einen Arbeitsplatz, den ich schließlich bei einem großen Bonner Versicherungsmakler fand. Es war zunächst eine interessante Sachbearbeiterstelle im Innendienst, bei der die Abteilung ein spezielles Risiko faktisch wie eine Versicherung bearbeitete, von der Risikoprüfung, der Vertragsdokumentierung, der Schadenbearbeitung bis hin zum Inkasso lag alles in unserer Hand. Der Versicherpool war lediglich Risikoträger und erwartete vertretbare Ergebnisse. Nebenbei nahm ich an der VWA ein Abendstudium in Betriebswirtschaftslehre auf, brach dieses jedoch nach zwei Semestern aus zeitlichen Gründen wieder ab.
An meiner Tätigkeit beim Makler fand ich indessen mehr und mehr Gefallen, bildete mich selbst weiter fort, entwickelte neue Ideen zu einem Besseren hin und übernahm bald eine Leitungsfunktion mit Prokura. Darüber hinaus betätigte ich mich noch als Dozent bei einem Berufsfachverband, hielt als solcher zahlreiche Vorträge und Seminare und verknüpfte die auf diesem Wege entstandenen Verbindungen erfolgreich mit meinem beruflichen Wirken. Im Sommer 2020 ging ich in Rente, wirkte bis 2025 aber immer noch in meinem alten Beruf mit.

Neben Beruf und Familie blieb bis 2020 für Hobbys nur wenig Zeit. Mein Engagement beschränkte sich dabei im Wesentlichen aufs Motorradfahren, das immer für Entspannung sorgte und auf den Motor-Veteranen-Club Brenig e.V., den ich 1985 zusammen mit meinem langjährigen Freund Willi Schaub gegründet hatte. Willi stand dem Club von der Gründung bis zur Auflösung über 40 Jahre als „Erster Vorsitzender“ voran. Ich selbst trat 2006 in den Vorstand und war darin bis zur Auflösung der „Zweite Vorsitzende“. Seit ich in den Stand des Rentners getreten bin, habe ich wieder mehr Zeit zum Lesen gefunden. Bei der Lektüre geht es in der Regel um Geschichte, Politik, Psychologie, Motorräder und Geographie.

Was an Plänen bleibt
Geteilte Freude ist doppelte Freude. Entsprechend meinen vielseitigen Interessen freue ich mich an dieser vielgestaltigen und bunten Welt und möchte meinen Mitmenschen Augen, Ohren, Nase, Hände, Geist, kurzum alle Sinne öffnen für diese Welt. Damit ergibt sich sodann auch die Grundlage dafür zu sorgen, dass sie nicht schlechter wird. Die Herausforderungen an Kriegen, Klimawandel und knappem Geld sind ja groß genug.

Swisttal, den 04.06.2026