Geschichten im Vorgebirge aus drei Jahrhunderten
am Beispiel der Familiengeschichte von Hans Peter Schneider

Ein Beitrag zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des Bonner Umlandes

Vorbemerkung

„Die Kinder sollen es mal besser haben als wir“, ist eine geflügelte Aussage, die jeder kennt. Unser gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Fortschritt im 21. Jahrhundert basiert im Grunde aus dem Streben nach diesem Ziel über viele Generationen hinweg. Angesichts der unbestreitbaren vom Menschen verursachten Klimaerwärmung, der sich daraus ergebenden absehbaren Probleme dieser Welt, sehen wir uns u.a. veranlasst zu fragen, geht es uns denn eigentlich schlecht. Ein Rückblick in die Geschichte meiner eigenen Vorfahren, soll uns zu einigen Perspektiven verhelfen. Der Lebensstandard, den wir heute durchweg finden, war in den 1950er Jahren nur für wenige vorstellbar. Wer damals in gefühltem Wohlstand lebte, würden heute gemessen an der Lebensweise als „arm“ klassifiziert. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Lebensverhältnisse nach heutigen Maßstäben als katastrophal zu bewerten. Die Zufriedenheit damals kam aus der Betrachtung, zu erkennen, was unter den damals gegebenen Möglichkeiten erreichbar war. Vielleicht können wir auch diesbezüglich aus der Geschichte lernen, wenn wir unsere Lebensweise nicht ungezügelt weiterentwickeln können um uns auf eine gelingende Zukunft einzustellen. Gewiss wird man 2070 mit Verwunderung darauf schauen, wie wir noch in den 2020er Jahren lebten.

Der Blick auf meine eigene Familiengeschichte, mütterlicherseits in Brenig und väterlicherseits in Bonn-Lengsdorf hat naheliegende wie auch praktische Gründe. Ein gewisser Informationsschatz aus alten Urkunden, Fotos und Erzählungen von den Vorfahren ist bereits vorhanden und muss nicht mehr Mühsam erst zusammengetragen werden. Meine im letzten Jahrtausend verstorbenen Großeltern hatte ich damals noch zu den einen und anderen Ereignissen der Geschichte und der darin eingebundenen Familiengeschichte befragen und aufzeichnen können. Viele Ereignisse werden sich in anderen Familien ähnlich abgespielt haben und selbst außergewöhnliche und sehr persönliche Ereignisse dürften sich als nicht weniger interessant erweisen, aus der Betrachtung heraus, wie sie sich in ihrer Zeit abgespielt hatten. Zu gegebener Zeit beabsichtige ich einigen Fällen auch noch Recherchen im weiteren Familien- und Bekanntenumfeld anzustellen, insbesondere, was die für die Region über viele Jahrhunderte so wichtige Geschichte der Landwirtschaft anbelangt, die in den letzten 50 Jahren einen höchst dramatischen Wandel erfahren hat. Meine hier dargelegten Ausführungen sollen also einen Beitrag zu einem erweiterten Geschichtsverständnis bewirken,über die Möglichkeit, diese über Beziehungen bekannten Orten und Personen kennenzulernen.

Was mir bei diesem Vorgehen auffiel ist die anderen Lebensumstände in früheren Zeiten und wie schnell dieses in unserer heutigen schnelllebigen Zeit doch aus dem Blickwinkel geraten.

Einige Zahlen und typische Probleme bei den angestellten Forschungen

Je weiter man mit seinen Ahnengenerationen zurück geht, um so mehr Personen und ihre Geschichten findet man. Sind es nur zwei Personen, die die Eltern darstellen, so findet man unter den Urgroßeltern deren schon acht und unter den Zu-Ur-Großeltern schon 16 und die Generation davor zählt deren schon 32. Altersmäßig liegen die Generationen im 18. Jahrhundert weniger 25 Lebensjahre auseinander und und im Jahre 2022 bei ca. 30 Lebensjahren. Das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes liegt 2021 in Nordrhein Westfalen bei 30,1 Jahren. 1991 lag dieses Alter noch bei 27,9 Jahren. Auf der Linie einer meiner beiden Großmütter konnte ich bisher gesichert bis zu meinen Ur-Ur-Urgroßeltern zu Beginn des 19. Jahrhunderts gelangen aber nur spekulativ bis ins 18. Jahrhundert.
Weitergehende Forschungen gestaltet sich sehr schwierig, weil die Vorfahren kaum Dokumente hinterließen, von eigenen Aufzeichnungen ganz zu schweigen, denn zu Beginn des 19. Jahrhunderts konnten allenfalls etwa 25 % der Bevölkerung lesen und schreiben. Einzig die damals von den jeweiligen Pfarrern geführten Kirchenbüchern lassen neuere Erkenntnisse zu, die sich jedoch mühsam durch mitunter schwer lesbare altdeutsche Handschriften erarbeitet werden müssen. Namensgleichheiten von Familiennamen sagen dabei nicht unbedingt etwas zur Familienzugehörigkeit oder gar Verwandtschaftsgrad aus. Die konkrtenen Bilder zur eigenen Familiengeschichte werden in der Rückschau ab dem 18. Jahrhundert vage und seriös nur mit Vorsicht zu betrachten.

Die hier dargelegte Geschichte wird weiter entwickelt und ist offen für Beiträge Dritter

Neben meiner Neugier zu Geschichtsthemen ist mir die Wahrheit stets sehr wichtig. Deshalb habe ich gar kein Problem damit, meine Ausführungen ggf. zu korrigieren, wenn neue Erkenntnisse dieses im Sinne der Wahrheit erforderlich machen.
Im Gegensatz zu einem gedruckten Buch lassen sich Homepagebeiträge relativ leicht korrigieren und ergänzen. Insofern leben meine Ausführungen mit zunehmendem Wissen und Erkenntnissen in meinem Streben zu einem Besseren hin. Und nicht nur das! Interessierte nehme ich mit ihren Hinweisen und Beiträgen gerne in meine Ausführungen mit auf und werde die jeweiligen Beitragleister dazu nicht weniger gerne auch namentlich würdigen.


Der ehemalige „Luxe-Hoff“, wie er bis in der 1960er Jahre in Brenig bezeichnet wurde, steht seitdem im Freilichtmuseum in Kommern als „Hof aus Brenig“ in der Niederrheinischen Baugruppe. Mein Urgroßvater Franz Jakob Lux war in diesem bis 1866 zu Hause

Weitaus bekannter als meine Vorfahren mütterlicherseits im 18. Jahrhundert ist der Bauernhof, der einst meinem Ur-Urgroßvater als Miteigentümer gehörte und heute im Freilichtmuseum in Kommern für ein ansehnliches und im wahrsten Wortsinn begehbares Zeugnis rheinischer Geschichte steht.

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